Das Lechfeld bei Kleinaitingen war schon vor über 3300 Jahren
eine
europäische Drehscheibe
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Dass das Lechfeld schon viel früher besiedelt wurde, davon zeugen auch Ausgrabungsfunde, die in den Jahren 1980 und 1981 bei Bauarbeiten in der Herbststraße gemacht wurden. Es wurde ein bisher in seiner Größe wohl einzigartiger Bestattungsplatz (4000 qm große Grabfläche) freigelegt, er war übersät mit Pfostenlöchern, Eingrabungen und Gruben, die auf mehrere auf-einander folgende vorgeschichtliche Siedlungen (frühere Bronzezeit, 1800 - 1200 v. Chr. und Eisenzeit) weisen. Im Frühjahr 2004 begann man auf einer fast 2 Hektar großen Kiesfläche der Fa. Lauter an der Flurgrenze zwischen Oberottmarshausen und Kleinaitingen mit Grabungen, die zu den wichtigsten bronzezeitlichen Funden des Voralpengebietes führten. Man kann anhand der Funde folgende Perioden unterscheiden: 1. Dass schon im 24. bis 22. Jhd. vor Chr. (Kupferzeit) zwischen Wertach und Lech Menschen lebten zeigt der Fund eines einzelnen Brandgrabes der sog. "Glockenbecherleute" im süd-westl. Grabungsbereich. 2 a). Weiter fand man im östl. Bereich des Grabungsfeldes aus der frühen Mittelbronzezeit ( 18. - 17. Jhd. vor Chr.) eine Nekroppole (= Friedhof) mit 30 Körpergräbern, in denen die Toten meist in Seiten- und Rückenlage mit angelebten Armen beigesetzt waren. In einem Grab fand sich ein viernietiger Dolch mit trapezförmger Griffplatte. 2 b)). In der späten Bronzezeit (ca. 1300 v. Chr.) wurden die Toten zunächst verbrannt und die Überreste in Gruben bis 3,8 m Länge dann bestattet. Aufgrund der reichen Grabbeigaben in diesem westlich gelegenen Brandgräberfeld (Keramikgefäße, bronzene Messer, goldene Drahtringe, punziertes Goldblech, Sonnenscheiben) kann man annehmen, dass es Fürstengräber aus der Bronzezeit sind. In einem der Gräber lag ein 3000 Jahre altes zerbrochenes Bronzeschwert mit massiv gegossenem Griff Typ Rieggsee (bei Murnau). In einem anderen u.a. eine getriebene Bronzetasse mit angenietetem Henkel. Als Sensation kann der Fund von über 220 Einzelzteilen angesehen werden, die als Beschläge für einen 4-rädrigen Wagen oder als Pferdegeschirr dienten.Ein solcher Wagen wurde nur weitere zweimal in Deutschland gefunden
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3. Ein älteres südlich gefundenes Urnengräberfeld (ca. 1000 vor Chr.) ist von Siedlungsspuren umgeben und zeigte reiche Gold- und Silberfunde, Nadeln, Fingerringe, schwere Armringe, Anhänger, Bernstein und Glasperlen. Das Grab einer sehr wohlhabenben Frau (ca. 1200 v. Chr.) war von neun kleineren Tongefäßen umgeben, in denen sich Bronzenadeln, Arm- und Beinringe, Halsreifen, Ringanhänger, 8 punzierte Goldblechscheiben (sog. Sonnenscheiben) und Messer fanden. Die Funde sind nicht nur lokal von Bedeutung: "Hier lebten Eliten, die in Kontakt standen zu anderen - man würde heute sagen auf europäischer Ebene" (Dr. Wirth). "Die Dinge erzählen vom Reichtum einer privilegierten Bevolkerungsgruppe, die mit anderen Eliten der Epoche in Kontakt stand, vermutlich auch einen regen Handel oder Austausch betrieb" (R. Linke). Sie hatten Handelsbeziehungen zwischen dem Pariser Becken und Ungarn, über halb Europa. Der Archälog. Arbeitskreis für Vor- und Frühgeschichte im Heimatverein des Landkreises Augsburg mit Rainer Linke und Siglinde Matysik, sowie Archäologiestudenten aus Dijon (Fr.) mit dem Professor Dr. Stefan Wirth und |
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Ausgrabung eines Kelten an der Herbststraße |
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